Heute möchte ich ein paar Gedanken mit euch teilen, die mich gerade beschäftigen. Momentan höre ich insbesondere die Band, die ich vor circa einem Jahr viel gehört habe: For King & Country. Und dabei bemerke ich, wie sehr diese Songs meiner Theologie und meinem Gottesbild entsprechen.
Ich kann euch insbesondere das Album “Run wild. Live free. Love strong.” nur aller-aller-wärmstens ans Herz legen. Die Brüder Joel und Luke Smallbone singen von einer Liebe, die alle Vorstellungskraft sprengt, mit allen Vorurteilen aufräumt und wie eine tosende Brandung über den Empfänger hereinbricht.
Eine Liebe, die überirdisch ist. Eine Liebe, die durch nichts aufzuhalten ist. Eine Liebe, die von Gott kommt. Und eine Liebe, die durch uns in diese Welt einbrechen kann.
Und während ich das Lied “Fix my eyes” höre, träume ich von einer Gemeinschaft und Kirche, die sich von dieser Liebe leiten lässt. Eine Kirche, in der die Menschen all die Dinge tun, die nicht logisch und – auf den ersten Blick – auch nicht unbedingt gut für sie sind: Geben im Überfluss, sich selbst verschenken, sich von ganzem Herzen für eine bessere Welt einsetzen. Dieses Thema beschäftigt mich schon seit einigen Wochen oder (wenn ich mir meine letzten Lebensentscheidungen so ansehe) schon seit einigen Monaten. Leben und Lieben im Extremen. Nicht davor zurückzuschrecken, dass mich Schicksale berühren. Mich der Tatsache stellen, dass ich manchmal nachts nicht mehr schlafen kann, weil die Welt so ungerecht ist.
Das ist nicht einfach. Es lebt sich einfacher, wenn man auf der Straße schnell an den Gestalten in Hauseingängen vorbeirennt, anstatt sich ihre Geschichten anzuhören. Es lebt sich einfacher, wenn man über “die Flüchtlinge” nur in den Nachrichten hört, anstatt sich mit den Menschen dahinter zu befassen und mit dem Leid, von dem sie berichten. Es lebt sich einfacher, nur in Zahlen und Statistiken über das Rotlichtviertel zu lesen, anstatt die tragische Entwicklung der einzelnen Mädchenleben mitzuerleben und Anteil zu nehmen.
Manchmal tut mir mein Herz so weh – und genau dann frage ich mich, wieviel mehr Gottes Herz gerade wehtut. Wenn ich nur einen Bruchteil von der Liebe fühle, die Gott liebt, und mir schon das Herz bricht, wieviel mehr bricht sein Herz, wenn er sich diese Welt ansieht. Nun sehe ich nur vereinzelte Schicksale, er aber sieht jedes einzelne Schicksal. Er kennt jede Lebensgeschichte, jedes schwierige Jahr, jeden tragischen Moment aller Menschen.
Es ist leichter, sich abzuwenden. Es ist leichter, nicht in die Welt zu fliegen, um etwas zu unternehmen, es ist leichter, die Nachrichten nur im Hintergrund laufen zu lassen und nicht selbst rauszugehen, sich nicht hinzusetzen, sich nicht die Zeit zu nehmen.
Und doch: Ich will es wissen, will es sehen, will es hören, will es fühlen. Ich will Anteil nehmen. Ich will mittragen, mitleiden, mitschmerzen. Weil ich aus tiefstem Herzen glaube, dass Gott es auch tut. Und dass genau das unser Auftrag ist.
Leave a comment